Die Martin-Luther-Kirche in Stein

Kirche in der Abendsonne

Viele Menschen kennen unsere Kirche, selbst wenn es ihnen nicht bewusst ist: Beim Vorbeifahren auf dem Weg von Ansbach nach Nürnberg oder in die entgegengesetzte Richtung kommt man auf der B14 an ihr vorbei, mitten in Alt-Stein, direkt an der Hauptstraße. Ob Sie nun in Stein wohnen oder nur auf der Durchfahrt sind –  schauen Sie doch mal rein!

Die Kirche ist in der Regel jeden Tag zwischen 9 und 17 Uhr zur Andacht, zum Gebet oder auch zur Besichtigung geöffnet.

Besonders weisen wir auf die schönen Glasfenster hin – ebenso wie auf einige historische Bilder.

Aus der Geschichte

Das 19. Jahrhundert brachte für den kleinen „verrufenen“ Ort am Rande  der Stadt Nürnberg eine Blütezeit: die Bleistiftproduktion durch die Familie Faber schuf Arbeitsplätze, Wohnungen, soziale Sicherheit und ein gesichertes Einkommen.

Zum hundertjährigen Betriebsjubiläum der Firma Faber übergab Lothar Faber dem Ort die von ihm gestiftete Kirche – vorher mussten die Menschen zur Kirche nach Zirndorf. Am 1. September 1861 war ganz Stein auf den Beinen, um die Einweihung mitzuerleben. Seither feiern wir am letzten Wochenende im August unsere Kirchweih. Es dauerte  damals noch knapp 20 Jahre, ehe Stein auch eine eigene Pfarrstelle bekam, die mit Pfr. Eisen besetzt wurde. Das war im Jahr 1880. Im Gegenzug wurde Lothar von Faber das Patronatsrecht verliehen, und damit alle männlichen Nachkommen der Familie. Das bedeutet, dass die Familie von Faber, heute von Faber-Castell bei der Besetzung der Pfarrstelle mitwirkt und für den Unterhalt der Kirche verantwortlich ist.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts heiratete Ottilie von Faber den Grafen zu Castell-Rüdenhausen, woraus der Name „Graf und Gräfin von Faber-Castell“ entstand. Der Beginn dieser Tradition war der Grund  für den Einbau einer gräflichen Loge in die Kirche (zum 50-Jährigen Jubiläum im Jahr 1911). Immer wieder wurde die Kirche baulich erneuert und gepflegt. Das ist bis heute so: durch den Grafen Anton-Wolfgang. Nach dem 2. Weltkrieg stiftete der Vater des heutigen Patrons, Graf Roland, vier neue Kirchenfenster (1961). Etwa gleichzeitig wurde auch der alte Holzaltar entfernt zugunsten des jetzigen Sandsteintisches. 1972 bekam die Kirche eine neue Orgel (Fa. Ismayr, 20 Register, 1500 Pfeifen). Die alte  Orgel bekam die neu entstandene katholische Gemeinde für ihre Notkirche; von dort aus ist sie nach Jugoslawien gewandert und in den jüngsten Auseinandersetzungen  wohl zerstört worden.

In den  Jahren 1999 und 2000 wurden Kirchturm und Innenraum der Kirche von Grund auf renoviert; auch diese Maßnahmen wurden im wesentlichen vom Patron übernommen: neues Dach für den Kirchturm und neues Gold für den Turmknopf; Malerarbeiten im Inneren; Überarbeitung der Bänke; neue Beleuchtung; Erneuerung der elektrischen Installation; Elektrifizierung des Uhrwerks (das seit 1861 ununterbrochen lief und täglich aufgezogen werden musste). Besonders dankbar sind wir unserem Patron für das neue Kirchenfenster über der Seitentür von Prof. Wolfgang Mahlke.

Für die Feier unserer Gottesdienste sind und unsere neuen Altarbehänge wertvoll und lieb geworden. Vier in den Farben des Kirchenjahres gehaltene Behänge, dazu die entsprechenden Kanzelbehänge hat uns die Künstlerin Anni Geyer aus Nürnberg in  reiner Handarbeit gefertigt.

Unsere Martin-Luther-Kirche ist in Stein nicht die einzige Kirche geblieben: schon 1928 bauten sich die Menschen in Oberweihersbuch und von den umliegenden Dörfern ihre eigene Kirche, die bis 1964 von uns aus betreut wurde. Nach dem 2. Weltkrieg kamen viele katholische Mitchristen nach Stein, nach einer Notkirche erhielten sie 1989 ihre wunderschöne Albertus-Magnus-Kirche. In dieser Zeit wuchs der kleine Weiler Deutenbach zu einem großen Stadtteil Steins heran—es entstand eine inzwischen selbständige Gemeinde, die 1994 ebenfalls ihre eigene Kirche erhielt.

Noch ehe die Kirche nach 1861 einen Pfarrer bekam, war Vikar Winter in Stein tätig. Er verfasste ein Kirchweihlied, „welches an jedem Kirchweihfestmorgen … am Grabe des Lothar Freiherrn von Faber von 70 Schulkindern gesungen wird“. Wir singen es bis heute, allerdings nicht mehr mit 70 Schulkindern,  sondern mit einer dankbaren Gemeinde. Die erste Strophe könnte uns – in alter Sprache allerdings – in schwierigen heutigen Zeiten zu denken geben:

So freu dich, meine Seele, nun steht das Gotteshaus,

Ach bitt, dass nie dir fehle der ewge Segen draus.

Ein Licht sei‘s auf der Höhe, das unsre Täler füllt,

ein Born, der alles Wehe und allen Jammer stillt!

Soli Deo Gloria!

Kirchweihlied001

Rudolf Sefranek, Pfarrer der Martin-Luther-Gemeinde 1969—1990

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Die Martin-Luther Kirche in Stein ist tagsüber für Sie geöffnet.

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