Grußwort zum Abschied von Wilfried Büttner

Lieber Wilfried, lieber Wegbegleiter und Wegbereiter!

Dass Du nach 12 Jahren des Wirkens in Stein nun am 12.12. aus diesem Dienst verabschiedet wirst, das klingt nach einem himmlischen Plan – für den es, das hast Du uns ja mitgeteilt, genauso geistliche wie leibliche Gründe gibt. Dass da beides zusammenkommt, Geistliches und Leibliches, Notwendiges und Erquickliches, das macht ja immer die Güte einer Entscheidung aus, und das hat in meiner Wahrnehmung auch Dein Wirken in Stein und in der Gemeinde geprägt.

Die Kirchengemeinde Martin Luther ist froh und dankbar für diese Jahre der Partnerschaft (es war und ist ja mehr als Nachbarschaft!) mit der LKG Stein in einem guten Geist der Wertschätzung, der Freundlichkeit und der Freude am Glauben und an Gemeinschaft.

Und ich persönlich bin froh über fast neun Monate des Miteinander-Gehens an diesem Ort – auch wenn das natürlich nicht lustig ist, nach so einem gegenseitigen Annähern und Befruchten und Eier-Ausbrüten und mit Projekten Schwangergehen gerade dann sitzen gelassen zu werden, wenn‘s ans Ausgemachte geht… Nein, keine Sorge, hier ist und fühlt sich niemand betrogen! Und wir gehen ja schließlich alle beide an eines anderen Hand – die Gemeinden und Gemeinschaften hier in Stein und Du mit Deiner Familie im nahen, schönen Schwabach.

Dass in einer Zeit, wo gesellschaftlich wie kirchlich so Vieles im Fluss und im Unklaren ist, Du auch den Mut und die Gelassenheit hast, die weiteren Etappen anderen Hirten und letztlich dem großen, guten Hirten zu überlassen, und Dich um Deine Allernächsten zu kümmern, das finde ich bewundernswert und vorbildlich.

Natürlich ist kirchlich überhaupt und vielleicht auch vor Ort in den Gemeinden gerade gar nichts fertig und vollkommen – aber die gleich dreifache Zwölferzahl mag Dir signalisieren, dass es mit Deinem Wirken hier doch wirklich gut ist und dass ein anderer dann mit anderen schon weiterwirkt oder neu anfängt.

Bereitet dem Herrn den Weg!“ ruft uns Jesaja durch die Zeiten im Wochenspruch für diesen 3.Adventssonntag zu: „Siehe, er kommt mit Macht!“ (Jesaja40,3.10)

So habe ich Dich hier erlebt: Als Wegbereiter und Freudenboten, über dessen Erscheinen man sich wirklich freut, weil Du auch selbst Freude ausstrahlst, die Macht der Liebe eben – also die einzige, die unser Gott, der Gott Jesu, einzusetzen und auszuüben gewillt ist.

Gott ist und bleibt im Kommen – und wir dürfen gespannt sein, wie und womit Er Stein erweicht im kommenden Jahr des Herrn 2022, wie Er in hiesige Herzen und Gemeinden und Verhältnisse kommt und einsickert und sie aufweicht und öffnet füreinander, für neue Lichtblicke und Zugänge.

Und ich bin gewiss, dass Er zu Euch nach Penzendorf kommt, täglich neu und überraschend, in ein Sabbatjahr mit heilsamer Unruhe vielleicht und mit Segen auf neuen Wegen, die Ihr jetzt noch nicht kennen müsst. Der kommende Gott möge und wird Dir und Euch auch den Weg bereiten, einen Weg der Liebe, der Kraft und der Besonnenheit. Und ich freue mich schon, bei Gelegenheit einmal davon zu hören!

„Geh mit Gott,“ sagte mein Vater gern zum Abschied, „aber geh!“

Und bleib dabei behütet!

Ralph Baudisch und der KV Martin Luther